Sonntag, 6. März 2011

La vida de la pata chula*

Helau, 
es ist Karneval. Ich gehe dieses Jahr außnahmsweise mal nicht als vom grippalen Infekt befallenes Opfer, sondern quasi als Behindeter. (Damit passe ich meines Erachtens nach auch ziemlich gut zum Rest des Karnevalvolks oder zumindest zu der Feier an sich.) Ich hatte ja völlig vergessen, wie anstrengend es ist auf Krücken zu laufen! Da bringt es auch nichts, dass ich wählen durfte ob ich die Stüzen in rot oder schwarz haben wollte, seit konstant zehn Tagen leidet mein oberer Rücken, Bizeps, Brustmuskulatur, Hände unter starkem Muskelkater, während die Problemzonen der Frau (nicht, dass ich welche hätte, aber WENN ich welche hätte, REIN hypothetisch!) völlig untrainiert bleiben. Drei Stockwerke runter, drei Stockwerke hoch. Drei Stockwerke runter, drei Stockwerke hoch. Mittlerweile bin ich schon so flink, dass ich manchmal die dritte Etage erreiche, bevor sich der Bewegungsmelder von alleine ausschaltet. Bei Schnecken hat man das ja auch, da guckt man einen Moment mal nicht hin und zack - sind sie einen Meter weiter! Was ich sonst noch für hochspannende, actionbepackte Erfahrungen als pata chula* in den letzten gefühlen 2 1/2 Jahren machen durfte, erzähle ich euch heute in meinem Blog.

*La vida (Esp.), Das Leben (dt.) ;  de (Esp.), der, des (+ Gen, dt.)
pata (Esp.), Hachse, Keule, Kumpel (dt.)  ;  chula (Esp.), cool, hübsch (oder auch: kess! dt.)

Mittwoch, 23. Februar 2011

Culture Studies - Rugby, Männers und Spaniens Krankenhäuser von innen

Muy buenos tardes mís amigos,
also irgendwie ist das Leben ja auch langweilig wenn alles glatt läuft, nicht wahr?
Warum ich mich dazu entschlossen hab, also erstmal gar nicht mehr zu laufen (werden glatt noch riffelig) erzähle ich euch im folgenden Blog.





Außerdem  werdet ihr erfahren, woran man jetzt hier in Spaniens schönem Süden merkt, dass Frühling ist. Und dabei spreche ich nicht vom Wetter, den Temperaturen oder dem Duft nach Orangen, sondern vom absolut absurden Verhalten der männlichen Spanier am Morgen, am Mittag, am Abend, im Anzug, im Blaumann mit Dreitagebart oder mit 3Jahrebrusthaar. Jetzt weiterlesen...

Montag, 7. Februar 2011

Das Leben des Fernando Merkel oder: Lena lebt!

Es ist ja unfassbar, fast zwei Monate sind es her seit meinem letzten Update und ich habe das Gefühl, als hätte ich erst gestern hier nach Worten ringend und Fotos suchend gesessen um euch mein Leben und das der Spanier hier etwas näher zu bringen. Viel ist passiert in der Zwischenzeit, doch nichts, was so aufregend wäre in der Überschrift erwähnt zu werden. Ich werde also einfach etwas vor mich hinplappern. Über den Flughafen in Malaga (und das die Waagen an den Gepäckbändern bestimmt kaputt sind, sonst hätte ich nicht soviel gewogen!!!), über Weihnachten, viel Schnee und einen enormen Temperaturunterschied, das wahre Leben in Sevilla und wies mir so geht (ich weiß nicht, ob das für euch so interessant ist, aber für mich schon...!) Vamos!

Montag, 13. Dezember 2010

Die Suche nach dem Frosch, die Entdeckung des Endes der Welt und andere vorweihnachtliche Kurzgeschichten

Damit ihr mich auch wiedererkennt. ©Eva W.
13. Dezember. Kaum zu fassen. Heute in einer Woche werde ich wohl im klirrend kalten Trier aufwachen. -5,3 Grad sagt wetter.com, über Facebook werde ich im minütlichen Takt über die steigenden Schneemassen informiert und der User "Nabend"* (*von der Redaktion geändert) hat in sein neues Fotoalbum ein Bild vom Plätzchenbacken hochgeladen. Ich freue mich also auf ordentliche Vorweihnachtsstimmung, denn wenn hier bei 22 Grad, strahlendem Sonnenschein und grün-rot blinkenden Lichtschläuchen, die in nicht zu erkennbaren Formen zusammengehämmert wurden, eines nicht möglich ist, dann ist das Weihnachtsstimmung. Und ich freue mich auf euch. Meine Freunde und meine Familie... UND den Hund!
Doch bevor es soweit ist, möchte ich euch erzählen, warum ich mein Studium gut abschließen, den perfekten Mann finden und viel Geld verdienen werde und was das alles mit einem Frosch zu tun hat. Ich werde berichten, wie es in den Bergen Frankreichs war, ohne dass ich Spanien verlassen habe und wenn ihr dann noch Lust zum weiterlesen habt gibts auch noch amüsante Kurzgeschichten aus meinem Alltagsleben.... Vamos!

Montag, 29. November 2010

"Du musst endlich anfangen stolz auf Deutschland zu sein!"

Der Spanier trägt seine Flagge figurativ betrachtet als Unterhose, T-Shirt und benutzt sie als Bettwäsche. Neben seinem Hauptberuf "Spanier" ist er aber auch noch von ganzem Herzen - und damit an erster Stelle - erstmal damit beschäftigt, seinen Regionalstolz auf der Brust zu tragen. Man ist also vordergründig erstmal Sevillaner, gefolgt von Andaluz und an letzter Stelle Spanier. Bevor man sich dann als Europäer bezeichnen würde, hackt man sich lieber ein Bein ab oder schließt alternativ erstmal die Bruderschaft mit Portugal, Italien und Griechenland... "die Südländer". Belegen kann man das zum Beispiel mit den jüngst stattgefundenen Wahlen in Catalunien: Zapateros Partei verliert, die rechtskonservativen mit Unabhängigkeitstendenz gewinnen an Zuspruch. Ich frage mich also täglich: woran liegts, dass mir und wahrscheinlich vielen anderen Deutschen auch, dieser Nationalstolz, abgesehen von der WM 2006, ein fremdes Gefühl ist? 
Beantworten kann ich die Frage natürlich nicht und der Aufforderung der Überschrift, die meine Mitbewohnerin so formuliert hat, nachzukommen dauert sicher auch noch einige Zeit. Aber reflektieren will ich das Ganze mal und erzählen, was hier so meine Erfahrungen im Bezug auf Nationalitäten, Vorurteilen, Ansichten und Tatsachen belegen.

Samstag, 20. November 2010

Dorffest in Jabugo - Lena mittendrin


Samstagmittag, der Regen prasselt ans Fenster, ich muss nicht zur Uni und mache mir einen Lauen. Nach einer langen Fiestanacht wurde ich sanft um 7.30 von einem schnurrenden Presslufthammer aus dem Schlaf geküsst, sitze jetzt hier schön mit einem warmen Tee und meine Füße und Beine können sich an einer typisch spanischen Heizung wärmen: Ein Tisch, unter den Heizspirale gestellt wird und obendrüber hängt man eine dicke Decke, die warme Luft bleibt unter dem Tisch gefangen und so bekommen sogar mal die Frauen warme Füße... So sitze ich hier und erzähle euch nun die Geschichte, wie meine Mitbewohnerin mich mit mitnahm in ihr 1200 - Seelendortf zum Straßenfest...