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Sonntag, 14. August 2016

Eine neue Liebe

Der Nachbar von gegenüber schaut mich komisch an. „Was glotzt die Alte denn schon wieder in unsere Küche rein?“, scheint mir sein abwertender Blick zu sagen. Hilflos versuche ich einen möglichst unvoyeuristischen Gesichtsausdruck aufzusetzen (wie ging das nochmal?) und gestikuliere wild auf seinen Balkon. Lässt mich wahrscheinlich weder vertrauenerweckender erscheinen, noch entschärft es die Situation, denke ich. Also besser drauf gefasst machen, dass der Burberry-Schal-Träger gleich in britischer Blitzgeschwindigkeit aus seiner Tür springt und mich über die unschuldigen Balkonblumenkästen hinweg zur Rede stellt…

Dienstag, 12. Juli 2016

Apropos 8

„Unser Zug erreicht Mannheim Hauptbahnhof dann pünktlich um 8:00 Uhr. Ah, und apropos acht, meine sehr verehrten Damen und Herren, im Wagen mit der Ordnungsnummer acht befindet sich unser Bordbistro, in dem wir Sie gerne mit frisch gebrühtem Kaffee begrüßen.“  Ich stocke. Schaue in die Sitzreihe schräg gegenüber, der Anzugmann zeigt keinerlei Regung. Ich kichere. Der Schaffner des ICE 762 ist vom Standard-Text abgewichen. Das amüsiert.

Donnerstag, 27. November 2014

Die ewige Suche nach dem Glueck (Teil 2)


Nicht nur Reisende suchen nach dem Glueck. Auch die anderen. Die Nicht-Reisenden. Also Menschen ohne Rucksack oder Koffer? Dass kein eigenes Wort dafuer in der deutschen Sprache existiert, koennte bedeuten, dass es auch eben jenen Zustand des Nicht-Reisens nicht gibt. Im Umkehrschluss ist also das ganze Leben eine Reise. Wusste ich´s doch! Jeder reist dabei verschieden. Mit viel oder wenig Gepaeck, in Luxushotels oder bescheidenen Absteigen, in Einzelzimmern oder grossen Schlafsaelen. Und am Ende? Am Ende sind sie alle auf der Suche nach dem Glueck.




Samstag, 1. November 2014

Die ewige Suche nach dem Glueck (Teil 1)

Eines, das alle Reisenden verbindet, ist die Suche. Die einen suchen Liebe, die anderen versuchen Liebe zu vergessen, manche suchen einen Ort zum bleiben und manche versuchen vor etwas wegzulaufen. Auf dem ein oder anderen weg moechten aber alle nur eines: gluecklich sein. Doch was ist das eigentlich, dieses Glueck? Familie, Freunde und eine erfuellende Arbeit? Ein Haufen Kohle, eine Landschaft, ein Ort, eine Person? Fragen ueber Fragen.

Sonntag, 21. Juli 2013

Out of bed

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich gäbe mir nie besonders viel Mühe mit meinem Äußeren. Es wäre aber auch gelogen, wenn ich behaupten würde, ich würde nie im Jogginganzug und Out-of-bed-look das Haus verlassen. Die meisten Tage enden wohl, wie fast alles im Leben, im Kompromiss. Man gibt sich also besonders viel Mühe und sieht trotzdem so aus, als würde man im Out-of-bed-look das Haus verlassen. 

Montag, 1. Juli 2013

Nachtzug nach Paris



Am Abend vor meiner Abreise sah ich mir noch den passenden Film dazu an. Der grobe Plot: Er trifft sie im Nachtzug, unterwegs - natürlich -nach Paris. Man würde sich auch glatt direkt ineinander verlieben, hätte man nicht nur knappe zwölf Stunden Zeit bis zur Ankunft in der Stadt der Liebe und dem Hauptbahnhof Realität, der zwei Lebenswege genauso skrupellos voneinander trennen kann, wie er sie im Vorhinein aus einer Laune heraus zusammengeführt hat. Es hätte die ganz große Liebe werden können, wäre -ja wäre - den Beiden nicht das Leben dazwischen gekommen....

Donnerstag, 7. Februar 2013

Der Alte und die U-Bahn

U-Bahn ruckelt, zuckelt, nächster Halt: Hauptbahnhof, aussteigen bitte, einsteigen bitte, Türen schließen, Achtung bitte, Abgang U-Bahn. Same procedure as siempre. Ich fahre ja sehr gerne U-Bahn, S-Bahn, Bus-Bahn und alles, wo sich viele Leute auf einem Haufen drängen. Zumindest wenn ich mich in einem mental mindestens semistabilen Zustand befinde, also schätzungsweise die Hälfte meiner Lebenszeit.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Dienstag, 2. August 2011

"Tür aufmachen - Polizei!"

Da bin ich grad mal 8 Tage in Temuco und habe mir nach fünf harten Arbeitstagen und einem typisch chilenischen Sonntagsessen meine Abendruhe wohl verdient, da bollerts an der Wohnungstür. Merke: Öffne niemals die Pforten ohne vorher den Türspion befragt zu haben. Ich schiele also durch und sehe zwei schwere Männer in teuren Anzügen im Treppenhaus warten. "Ogott", denke ich, "jetzt ist es aus! Die Chilenische Mafia!!!" Tot stellen kann ich mich nicht, weil wir 3 Sekunden zuvor noch laut in der Wohnung gelacht haben und ebenfalls die mexikanische Hiphopmusik meiner Mitbewohnerin durch die dünne Holztür nach außen dringt. "Quien es?", rufe ich also, "Wer da?"... "Polizei, machen Sie die Tür auf", schallt die kräftige Männerstimme in dem kalten Flur wieder....