Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich gäbe mir nie
besonders viel Mühe mit meinem Äußeren. Es wäre aber auch gelogen, wenn ich
behaupten würde, ich würde nie im Jogginganzug und Out-of-bed-look das Haus
verlassen. Die meisten Tage enden wohl, wie fast alles im Leben, im Kompromiss.
Man gibt sich also besonders viel Mühe und sieht trotzdem so aus, als würde man
im Out-of-bed-look das Haus verlassen.
Sonntag, 21. Juli 2013
Montag, 1. Juli 2013
Nachtzug nach Paris
Am Abend vor meiner Abreise sah ich mir noch den passenden Film
dazu an. Der grobe Plot: Er trifft sie im Nachtzug, unterwegs - natürlich -nach Paris. Man würde sich auch glatt direkt ineinander verlieben, hätte man nicht nur knappe zwölf Stunden Zeit bis zur Ankunft
in der Stadt der Liebe und dem Hauptbahnhof Realität, der zwei Lebenswege
genauso skrupellos voneinander trennen kann, wie er sie im Vorhinein aus einer
Laune heraus zusammengeführt hat. Es hätte die ganz große Liebe werden können,
wäre -ja wäre - den Beiden nicht das Leben dazwischen gekommen....
Donnerstag, 7. Februar 2013
Der Alte und die U-Bahn
U-Bahn ruckelt, zuckelt, nächster Halt: Hauptbahnhof, aussteigen
bitte, einsteigen bitte, Türen schließen, Achtung bitte, Abgang U-Bahn. Same
procedure as siempre. Ich fahre ja sehr gerne U-Bahn, S-Bahn, Bus-Bahn und
alles, wo sich viele Leute auf einem Haufen drängen. Zumindest wenn ich mich in
einem mental mindestens semistabilen Zustand befinde, also schätzungsweise die
Hälfte meiner Lebenszeit.
Donnerstag, 17. Januar 2013
Freitag, 21. Oktober 2011
The End
Sao Paolo, Aeropuerto, 19:40 Ortszeit. Reisezeit 20 von ca. 40 Stunden. Körperlicher Status: Übel- und Müdigkeit, mentaler Status: nicht feststellbar. Lang ists her, dass ich meinen letzten Blogeintrag geschrieben habe - was ist nur passiert in der Zwischenzeit? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Aber rückblickend kommt es mir vor, als seien die vergangenen Wochen im Zeitraffermodus verlaufen und - zack - auf einmal heißt es online-checkin, Rucksack packen, Extra-Ration Taschentücher kaufen um die Abschiedstränen zu trocknen. Für wen ich die vergieße? Für Freunde, die ich am anderen Ende der Welt gefunden habe, für ein Land, das an Schönheit und Vielfalt wohl kaum zu überbieten ist, für ein Leben, das mir Zeit lies zu atmen, genießen und neugierig sein. War 'ne schöne Zeit....!
Mittwoch, 14. September 2011
Einführung in die kulturelle Vielfalt Chiles: Kapitel 3, Die Kunst des Mapuche Handwerk - oder: was ich hier eigentlich mache
Am 18. September ist großer chilenischer Volksfeiertag, Unabhängigkeitstag um genauer zu sein. Der Chilene trifft bereits fleißig Vorbereitungen. An jeder Straßenecke verkauft man die blau-rot-weißen Flaggen (made in China), es gibt Sonderpreise auf Grills und Fleisch (welch glücklicher Zufall!) und am Supermarkteingang steht nicht mehr wie gewöhnlich der Fitnessmüsli ("jetzt mit weniger Fett!"), sondern eine rot schreiende Bierpalette. Vor 200 Jahren wars also soweit, die Chilenen entledigten sich der spanischen Krone, weg mit Flamenco und Tapas! Was bleibt über? Ein chilenisches Volk und eine handvoll der Menschen, denen diese Erde eigentlich ursprünglich gehörte, eine handvoll Mapuche (Mapu = Erde, che = Volk. Kombiniere: Mensch der Erde)...
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