Donnerstag, 9. Oktober 2014

Andean Heights

"Ja, also und in Europa? Also Deutschland? Waehlen die Leute da auch ihren Regierung? Oder ist da eine Diktatur?", fragte mich die 28 jaehrige Bolivianerin im Nachtbus, waehrend sie mit ihrer fuenf jaehrigen Tochter um den letzten Sitzplatz kaempft. Ich ueberlege kurz und weiss gar nicht, was ich antworten soll. Wahrheitsgemaess gebe ich an, dass unsere Verfassung die Bundesrepublik Deutschland als parlamentarische Demokratie bezeichnet. Von Angela Merkel sage ich erstmal nichts. 
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Samstag, 27. September 2014

Die Kaelte geht, die Erinnerung bleibt

Thermalquellen im Geysierfeld Tatio
Morgens halb sieben in der Atacama Wueste bei ca -7 Grad und auf 4300m ueber NN. Man laedt uns ein, in der Naehe des ueberdimensionalgrossen Geysierfeldes Tatio ein Bad in einer heissen Quelle zu nehmen. Mir faellt die Fassung aus dem Gesicht: das wuerde bedeuten, mich bis auf angemessene Bademode auszukleiden, waehrend meine Fuesse schon ihre Zehen nicht mehr spueren, die Nase mein Gesicht verlassen hat und Gefuehl in den Fingerspitzen ein Luxusgut erscheint, das man sich nur in subtropischen Gebieten leisten kann. Ich bin zu sehr mit Zaehne klappern beschaeftigt, alsdass ich antworten koennte. Simón, unser Guide, lacht und sagt: "Aaaaah, qué va!", "ach was! El frio se va, la experiencia se queda! Die Kaelte wirst du vergessen, die Erinnerung aber bleibt." Nun, die Kaelte habe ich nicht vergessen, aber das Gefuehl bei Minusgeraden in der Atacamawueste bei Sonnenaufgang in einer Thermalquelle seine Fuesse auftauen zu spueren - das bleibt. Oh ja! Diese und mehr Geschichten aus unserem temporaeren Dasein als Wuestennomaden gibts hier.... 

Freitag, 12. September 2014

Tourism is the devil

Meine Haende frieren ab.  Eigentlich waeren sie gerne an einem warmen Ofen oder zumindest  nur dem Herbst des kontinentaleuropaeischen Klimas ausgesetzt. Stattdessen schauen die steifen Fingerspitzen unter vielen Schichten waermender Kleidung hervor und erzeugen nach meinem Willen tapfern klackernde Geraeusche im hiesigen Internetcafe. “Ok”, denkt man jetzt vielleicht, “Internetcafe – da kann es doch bestimmt nicht so kalt sein.” Aber Internetcafe ist nicht ueberall gleich Internetcafe. 18 km vor der argentinischen Grenze in einem kleinen Bergdorf in den chilenischen Anden ist “Internetcafe” eine Garage mit zwei Computern, einem 56kB Modem und einer Temperatur von gefuehlten drei Grad. Wie es dazu kommt, dass ich hier sitze und warum ich als Tourist der Inkarnation des Teufels gleichkomme, erfahrt ihr im folgenden Blog. Bienvenidos a Chile!

Sonntag, 21. Juli 2013

Out of bed

Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, ich gäbe mir nie besonders viel Mühe mit meinem Äußeren. Es wäre aber auch gelogen, wenn ich behaupten würde, ich würde nie im Jogginganzug und Out-of-bed-look das Haus verlassen. Die meisten Tage enden wohl, wie fast alles im Leben, im Kompromiss. Man gibt sich also besonders viel Mühe und sieht trotzdem so aus, als würde man im Out-of-bed-look das Haus verlassen. 

Montag, 1. Juli 2013

Nachtzug nach Paris



Am Abend vor meiner Abreise sah ich mir noch den passenden Film dazu an. Der grobe Plot: Er trifft sie im Nachtzug, unterwegs - natürlich -nach Paris. Man würde sich auch glatt direkt ineinander verlieben, hätte man nicht nur knappe zwölf Stunden Zeit bis zur Ankunft in der Stadt der Liebe und dem Hauptbahnhof Realität, der zwei Lebenswege genauso skrupellos voneinander trennen kann, wie er sie im Vorhinein aus einer Laune heraus zusammengeführt hat. Es hätte die ganz große Liebe werden können, wäre -ja wäre - den Beiden nicht das Leben dazwischen gekommen....